Kurz gesagt
Für die meisten Unternehmen reichen 60 Sekunden. Eine Minute ist lang genug für Problem, Lösung und nächsten Schritt, und kurz genug für Website, Social Media und Vertrieb. Länger lohnt sich nur, wenn du etwas Schritt für Schritt zeigen musst, zum Beispiel eine Anleitung.
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Warum 60 Sekunden reichen
Ein Erklärfilm muss nicht alles sagen. Er muss eine Frage beantworten: Warum sollte sich jemand weiter mit deinem Angebot beschäftigen? Dafür braucht es drei Teile: das Problem deines Kunden, deine Lösung und den nächsten Schritt.
Eine Minute zwingt zur Klarheit. Du musst entscheiden, was wirklich wichtig ist. Genau das macht einen kurzen Film oft stärker als einen langen, in dem jede Funktion und jede Leistung vorkommt.
Dazu kommt der Alltag deiner Zuschauer: Eine Minute schaut man sich zwischen zwei Terminen an. Für fünf Minuten sucht man einen ruhigen Moment, und der kommt oft nicht.
Was in eine Minute passt
Als Faustregel gelten für einen ruhig gesprochenen Text etwa 120 bis 150 Wörter pro Minute. Das ist ungefähr eine halbe Seite. Darin haben ein Einstieg, das Problem, die Lösung, ein Unterschied und eine klare Aufforderung Platz.
Ein typischer Aufbau sieht so aus:
- 0 bis 10 Sekunden: der Einstieg, der zeigt, worum es geht.
- 10 bis 25 Sekunden: das Problem deines Kunden, in seinen Worten.
- 25 bis 45 Sekunden: deine Lösung und was sie anders macht.
- 45 bis 60 Sekunden: das Ergebnis und der nächste Schritt.
Die Zeiten sind ein Richtwert, kein Gesetz. Wichtig ist die Reihenfolge: erst das Problem, dann die Lösung. Wer mit dem eigenen Produkt anfängt, verliert die Zuschauer, die das Problem noch nicht kennen.
Kurz passt in fast jeden Kanal
Ein Film mit 60 Sekunden funktioniert auf der Startseite deiner Website, als Link in einer Mail, auf LinkedIn und im Hochformat als Reel, Short oder Story. Für einen längeren Film musst du an vielen dieser Stellen eine eigene Kurzfassung schneiden.
Plane den Film gleich im Quer- und im Hochformat. Dann musst du für Social Media nichts nachbauen, und die Botschaft bleibt überall dieselbe.
Wann ein längerer Film sinnvoll ist
Es gibt Fälle, in denen 60 Sekunden nicht reichen: eine Anleitung für eine Software, eine Schulung für neue Mitarbeiter oder ein Produkt, dessen Bedienung Schritt für Schritt gezeigt werden muss. Dann ist ein Tutorial oder eine Reihe kurzer Filme oft besser als ein langer Erklärfilm.
Für den ersten Eindruck, also für die Frage „Ist das etwas für mich?“, bleibt die Minute das richtige Maß. Wer danach mehr wissen will, findet die Details auf deiner Website oder im Gespräch.
Typische Fehler bei der Länge
- Alles erzählen wollen: Firmengeschichte, Team, jede Leistung. Das gehört auf die Website, nicht in den Film.
- Zu langsam starten: Wenn die ersten Sekunden nur Logo und Musik zeigen, ist die Aufmerksamkeit weg, bevor es losgeht.
- Kein Schluss: Ein Film ohne klare Aufforderung hört einfach auf. Der Zuschauer weiß nicht, was er jetzt tun soll.
- Zu viel Text im Bild: Was gesprochen wird, muss nicht zusätzlich als langer Text erscheinen. Kurze Stichworte reichen.
Und denk an den Ton: Auf dem Handy laufen Videos oft erst einmal stumm. Plane Bilder und kurze Texte so, dass die Botschaft auch ohne Ton ankommt.
So kürzt du deinen Inhalt auf eine Minute
- Schreib den Nutzen für deinen Kunden in einem Satz auf. Alles, was diesen Satz nicht stützt, fliegt raus.
- Erzähl aus der Sicht deines Kunden, nicht aus der Sicht deines Produkts.
- Nenne nur einen Unterschied zu anderen Anbietern: den stärksten.
- Sag am Ende genau, was der Zuschauer tun soll: anrufen, buchen oder testen.
Wenn dir das schwerfällt, ist das normal. Deshalb fragen wir im Interview genau diese Punkte ab und machen daraus im Storyboard-Call einen Film, der in 60 Sekunden auf den Punkt kommt.





