Klickweg oder Nutzen: Was jedes Format zeigt
Eine Bildschirmaufnahme zeigt, wie etwas geht: echte Menüs, echte Schaltflächen, die Reihenfolge der Klicks. Damit beantwortest du Fragen wie „Wo klicke ich?“ und „Was passiert danach?“.
Ein Erklärfilm beantwortet eine frühere Frage: „Wozu brauche ich das, und für wen ist es gedacht?“. Er zeigt das Problem, die Lösung und das Ergebnis und lässt alles weg, was dafür nicht nötig ist. Die Oberfläche erscheint vereinfacht, oft nur mit dem Kern: ein Bildschirm, ein Handgriff, ein Ergebnis.
Interessenten fragen meist zuerst nach dem Wozu, Kunden im Alltag nach dem Wo. Ein Stil unserer Bibliothek heißt Software und ist für SaaS gedacht. Mehr unter Erklärfilm für Software und SaaS.
Wann eine Bildschirmaufnahme besser passt
Für viele Aufgaben ist die Bildschirmaufnahme das passende Werkzeug. Ihre Stärken:
- Hilfe und Support: Die Aufnahme zeigt Schritt für Schritt, wo etwas steht, und lässt sich einer Support-Antwort anhängen.
- Technische Tiefe: Wer die Software schon nutzt, will Einstellungen, Rechte und Sonderfälle sehen.
- Echte Oberfläche: Interessenten sehen, wie das Produkt aussieht und sich bedient.
- Häufige Änderungen: Nach einem Update nimmst du einzelne Szenen neu auf, ohne ein ganzes Projekt zu starten.
- Kein Anbieter nötig: Du brauchst keinen Termin, keine Abstimmung und keine Beauftragung.
Ein Erklärfilm mit 60 Sekunden ersetzt keine Anleitung. Er zeigt nicht jede Schaltfläche, und das soll er auch nicht.
Aufwand, Risiko und Rechte bei der Bildschirmaufnahme
Die Aufnahme selbst geht oft schnell, die Vorbereitung kostet Zeit. Typische Fehler:
- Echte Daten im Bild: Namen, E-Mail-Adressen, Rechnungen oder Kundenlisten sind im Video sichtbar. Nimm ein Demo-Konto mit erfundenen Testdaten auf.
- Störungen: Benachrichtigungen, geöffnete Tabs und Lesezeichen lenken ab. Ein hektischer Mauszeiger erschwert es, dem Klickweg zu folgen.
- Zu kleine Schrift: Auf dem Handy ist ein verkleinerter Bildschirm kaum lesbar. Wähle ein kleineres Fenster oder zoome im Schnitt.
- Sprechen und Klicken zugleich: Beides live zu tun, ist anspruchsvoll. Nimm Bild und Ton getrennt auf.
- Veraltete Szenen: Nach dem nächsten Update stimmen Menüs und Bezeichnungen nicht mehr.
Sind in der Aufnahme personenbezogene Daten zu sehen, gilt die Datenschutz-Grundverordnung. Personenbezogen ist jede Information, die sich auf eine identifizierte oder identifizierbare natürliche Person bezieht (Art. 4 DSGVO, Begriffsbestimmungen). Die Daten müssen auf das für den Zweck notwendige Maß beschränkt sein (Art. 5 Abs. 1 Buchst. c DSGVO). Ein Demo-Konto vermeidet das Problem.
Für Musik, Schriften, Stimmen und Bilder im Video brauchst du die passende Lizenz. Sind die Nutzungsarten im Vertrag nicht ausdrücklich einzeln bezeichnet, richtet sich ihr Umfang nach dem Vertragszweck (§ 31 Abs. 5 UrhG). Das ist allgemeine Information, für Datenschutzfragen im Einzelfall hilft Rechtsrat. Details findest du unter Nutzungsrechte am Erklärfilm.
Bildschirmaufnahme und Erklärfilm kombinieren
Beide Formate haben verschiedene Aufgaben. Der Film erklärt, wozu dein Produkt da ist. Die Aufnahmen erklären, wie es geht.
- Startseite und Vertrieb: der Erklärfilm mit 60 Sekunden.
- Hilfe-Center und Support-Antworten: je eine kurze Aufnahme pro Funktion.
- Start nach dem Kauf: der Film für das Warum, Aufnahmen für das Wie. Mehr dazu unter Onboarding-Video.
Womit du anfängst, hängt davon ab, wo Erklärungen fehlen. Fragen Interessenten nach dem Wozu, beginne mit dem Film. Fragen Kunden nach dem Wo, beginne mit Aufnahmen zu den häufigsten Fragen.
So läuft es bei sechzigsekunden
Drei Schritte, gestaltet statt gedreht: Du brauchst weder Drehtag noch Kamera.
- Schritt 1:InterviewDu erzählst, welches Problem deine Software löst und für wen, ganz ohne Bildschirmaufnahme. Du sprichst oder tippst, wann du willst, etwa 4 Minuten Sprechzeit.
- Schritt 2:Storyboard-CallIm Call siehst du, wie wir deine Software vereinfacht zeigen, Szene für Szene mit Sprechertext. Dort nennen wir auch den Festpreis, beauftragt wird erst danach.
- Schritt 3:Film in 7 Werktagen*Nach der Freigabe entstehen Bewegung, Musik und Ton, ohne dass du etwas aufnimmst. 16:9 passt auf die Startseite, 9:16 in Social Media, eine Korrekturrunde ist dabei.
Fragen und Antworten
Reicht eine Bildschirmaufnahme als Produktvideo für meine Software?
Für bestehende Kunden und den Support meist ja. Interessenten wollen zuerst wissen, wozu das Produkt gut ist, und das zeigt ein Klickweg nur begrenzt. Mehr unter Produktvideo erstellen lassen.
Screencast und Erklärvideo: Wo liegt der Unterschied?
Ein Screencast nimmt den Bildschirm auf und zeigt Klickwege. Ein Erklärvideo erzählt Problem, Lösung und Nutzen und zeigt dabei nur den Kern.
Wie lang sollte ein Software-Demo-Video sein?
Das hängt vom Zweck ab. Eine Hilfe-Aufnahme dauert so lange wie der Vorgang, den sie zeigt. Ein Film für die Startseite erklärt nur den Nutzen, bei sechzigsekunden in 60 Sekunden.
Wie nehme ich eine Software-Demo auf, ohne Kundendaten zu zeigen?
Lege ein Demo-Konto mit erfundenen Testdaten an und schalte Benachrichtigungen aus. Prüfe vor dem Veröffentlichen jedes Bild auf Namen, Adressen und Kundenlisten.
Brauche ich für einen Erklärfilm Aufnahmen meiner Software?
Für den Start nicht. Bei sechzigsekunden beginnt der Film mit deinem Interview. Welche Bilder er zeigt, siehst du im Storyboard-Call.





